Mit der Klimaanlage heizen: funktioniert das in der Schweiz wirklich?

Eine Split-Klimaanlage ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Was sie im Schweizer Winter leisten kann, wo ihre Grenze liegt und worauf Sie beim Kauf achten.

Aussengerät einer Luft-Wärmepumpe an einer weissen Hauswand

Viele wissen es nicht: Die meisten modernen Split-Klimaanlagen können heizen — und zwar effizient. Technisch ist das Gerät eine Luft-Luft-Wärmepumpe; zum Heizen dreht es den Kreislauf einfach um.

Warum das effizient ist

Ein Elektroheizkörper wandelt 1 kWh Strom in 1 kWh Wärme. Eine Wärmepumpe holt zusätzlich Wärme aus der Aussenluft — auch bei Minusgraden, denn Luft bei −5 °C enthält immer noch Energie.

Der Kennwert dafür heisst SCOP. Ein SCOP von 4,0 bedeutet im Saisonmittel: aus 1 kWh Strom werden rund 4 kWh Wärme.

Die ehrliche Grenze: Kälte und Abtauen

Zwei Effekte bremsen jede Luft-Luft-Wärmepumpe im Winter:

  1. Sinkende Leistung bei tiefen Temperaturen. Je kälter die Aussenluft, desto weniger Wärme lässt sich entziehen. Standardgeräte verlieren unterhalb von etwa −10 °C deutlich an Heizleistung.
  2. Abtauzyklen. Luftfeuchtigkeit gefriert am Aussenwärmetauscher. Das Gerät muss periodisch abtauen — in dieser Zeit heizt es nicht.

Deshalb gibt es Geräteserien, die genau für kalte Regionen ausgelegt sind. Mitsubishi Electric nennt das Hyper Heating; diese Geräte halten ihre Nennheizleistung bis zu deutlich tieferen Aussentemperaturen. In unserem Sortiment finden Sie sie bei den Mitsubishi-Electric-Geräten.

Wofür sich das in der Schweiz eignet

Gut geeignet:

  • Übergangszeit. März, April, Oktober, November — Zeiten, in denen sich die Zentralheizung kaum lohnt.
  • Einzelne Räume. Dachbüro, Gästezimmer, Hobbyraum, Wintergarten.
  • Zusatzheizung neben einer bestehenden Heizung, um Spitzen abzufangen.
  • Ersatz für Elektro-Direktheizungen. Hier ist der Effizienzgewinn am grössten.

Nicht ohne Weiteres geeignet:

  • Als alleinige Heizung für ein ganzes Haus. Dafür braucht es eine Heizlastberechnung und meist ein anderes System.
  • In Gebäuden mit schlechter Dämmung und hohem Wärmebedarf.
  • Wo die Wärmeverteilung fehlt: Ein Innengerät heizt den Raum, in dem es hängt — nicht das Stockwerk.

Vier Punkte für die Kaufentscheidung

  1. SCOP und Heizklasse auf dem Energielabel — nicht die Kühlwerte.
  2. Heizleistung bei tiefen Aussentemperaturen. Im Datenblatt steht oft eine Kurve oder Tabelle. Die Nennleistung bei +7 °C sagt wenig über Januar.
  3. Kondensatableitung am Aussengerät. Beim Abtauen entsteht Wasser. Läuft es auf den Gehweg, haben Sie im Winter eine Eisfläche. Der Fachbetrieb löst das mit Ablauf und bei Bedarf Begleitheizung.
  4. Standort. Ein Aussengerät in einer kalten, feuchten Nordwestecke taut häufiger ab als eines an einer besonnten Wand.

Und die Fördergelder?

Wenn die Anlage eine fossile Heizung ersetzt, kommen je nach Kanton Förderprogramme in Frage. Die Bedingungen und Beträge ändern sich — wir nennen hier bewusst keine Zahlen. Fragen Sie die Energiefachstelle Ihres Kantons, und reichen Sie das Gesuch vor Baubeginn ein. Mehr zum rechtlichen Rahmen finden Sie unter Bewilligung für Klimaanlagen in der Schweiz.

Kurz zusammengefasst

Eine Split-Klimaanlage als Zusatz- oder Übergangsheizung für einzelne Räume ist in der Schweiz sinnvoll und effizient. Als Vollersatz für die Gebäudeheizung ist sie ein Planungsthema, kein Katalogkauf.

Passende Geräte aus unserem Sortiment

Die Hyper-Heating-Baureihe von Mitsubishi Electric in drei Leistungsklassen:

Mit der Klimaanlage heizen: funktioniert das in der Schweiz wirklich? | frischair-shop.ch