Was kostet eine Klimaanlage im Betrieb? So rechnen Sie es selbst aus

SEER, Nennleistung, Betriebsstunden: Mit drei Zahlen und einer Formel schätzen Sie die Stromkosten Ihrer Klimaanlage realistisch ab — ohne Marketingversprechen.

Stromzähler und Anschlusskästen an einer Hauswand

«Wie viel Strom frisst das Ding?» ist die zweitwichtigste Frage nach der Dimensionierung. Sie lässt sich beantworten — Sie brauchen drei Zahlen und eine Formel.

Die drei Zahlen

1. Kühlleistung in kW. Steht im Datenblatt, zum Beispiel 2,5 kW. Das ist die abgeführte Wärme, nicht der Stromverbrauch.

2. SEER. Die saisonale Energieeffizienz beim Kühlen. Sie sagt, wie viele Kilowattstunden Kälte das Gerät pro Kilowattstunde Strom über eine ganze Saison liefert. Ein SEER von 7,0 bedeutet grob: aus 1 kWh Strom werden 7 kWh Kälte. Das Gegenstück beim Heizen heisst SCOP.

3. Betriebsstunden. Die ehrlichste und zugleich unsicherste Zahl. Ein Schlafzimmer in der Schweiz läuft vielleicht 200–400 Stunden pro Sommer, ein Dachbüro deutlich länger.

Die Formel

`` Stromverbrauch (kWh) = Kühlleistung (kW) ÷ SEER × Betriebsstunden Kosten (CHF) = Stromverbrauch × Strompreis (CHF/kWh) ``

Beispielrechnung

Die folgenden Werte sind ein Rechenbeispiel, keine Zusage — setzen Sie Ihre eigenen ein:

  • Kühlleistung: 2,5 kW
  • SEER: 7,0
  • Betriebsstunden: 300 h pro Saison
  • Strompreis: 0,30 CHF/kWh (Ihren tatsächlichen Tarif finden Sie auf Ihrer Stromrechnung)

`` 2,5 ÷ 7,0 × 300 = rund 107 kWh 107 × 0,30 = rund 32 CHF pro Saison ``

Das überrascht viele. Der Grund: Eine Klimaanlage erzeugt keine Kälte, sie transportiert Wärme — deshalb liefert sie ein Vielfaches der eingesetzten Energie.

Warum Ihre Rechnung abweichen wird

  • Teillast. Der SEER ist ein Saisonmittelwert über verschiedene Lastpunkte. An extrem heissen Tagen arbeitet das Gerät ineffizienter als im Mittel.
  • Dimensionierung. Ein überdimensioniertes Gerät taktet und verliert den Teillastvorteil — siehe Klimaanlage richtig dimensionieren.
  • Zieltemperatur. Jedes Grad kühler kostet spürbar. 26 °C statt 22 °C verändert die Rechnung stärker als jede Gerätewahl.
  • Gebäude. Ohne Aussenbeschattung kühlen Sie gegen die Sonne an.
  • Heizbetrieb. Wer im Winter heizt, rechnet mit SCOP und deutlich mehr Stunden — das dominiert die Jahreskosten.

Das Energielabel richtig lesen

Auf dem EU-Energielabel stehen getrennte Klassen für Kühlen und Heizen. Ein Gerät kann beim Kühlen sehr gut und beim Heizen nur mittelmässig sein. Wenn Sie heizen wollen, schauen Sie auf den SCOP und die Heizklasse — nicht auf die Kühlklasse.

Ebenfalls auf dem Label: der Schallleistungspegel. Relevant, sobald Nachbarn in der Nähe sind.

Vier Hebel, die mehr bringen als die Gerätewahl

  1. Aussenbeschattung. Rollläden oder Lamellen aussen wirken, bevor die Wärme im Raum ist.
  2. Nachts lüften. In der Schweiz kühlt es nachts fast immer ab.
  3. Zieltemperatur realistisch wählen. 25–26 °C fühlen sich bei 35 °C aussen angenehm an.
  4. Filter sauber halten. Ein zugesetzter Filter senkt Luftmenge und Effizienz.

Geräte mit guten Effizienzwerten

Aktuelle Inverter-Geräte erreichen deutlich bessere Werte als Anlagen aus den 2000er-Jahren. Die Datenblätter mit SEER- und SCOP-Angaben finden Sie direkt bei den Produkten — zum Beispiel in den Kategorien Mitsubishi Electric und DAIKIN.

Passende Geräte aus unserem Sortiment

Geräte, deren Effizienzklasse im Datenblatt ausgewiesen ist:

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